Mittwoch, 28. Juni 2017

Rosenbegleiter Taglilien

In den Monaten Juni und Juli ist der Blog einer Tagliliensammlerin zwangsläufig Taglilien-lastig. Es ist die Hauptzeit, in der die Pflanzen erblühen. In welcher über Jahre oder zumindest über ein Jahr lang gehegte Blütenträume wahr werden. Dieser Leidenschaft kann ich natürlich für mich alleine nachgehen - oder euch hier damit langweilen. Beides möchte ich nicht. Daher habe ich mir überlegt, welche Sorten denn zu den wohl beliebtesten Gartenpflanzen, den Rosen, passen.
 
Denn es gibt mehr als orange und gelbe Hemerocallisblüten - die ich nicht mit einem romantischen Rosengarten in Verbindung bringen würde. Hier einige altbewährte Sorten, die man in Staudengärtnereien erwerben kann, die auch schon mal im Gartencenter angeboten werden (obere Bildreihe). Dazu ein paar ein wenig ausgefallenere, die bei Taglilienversendern zu erhalten sind (untere Bildreihe). Alle Sorten sind winterhart!
 
Rosane Rosen und rosane Taglilien - das ist eine Aufgabe, die man kaum bewältigen kann. Nicht nur, dass es kaum machbar ist, das "richtige" Rosa zu finden. Nein, die Farben variieren je nach Wetterlage und Tageszeit. Daher ist es besser zu anderen Farben zu greifen.
Gut funktioniert ein zartes Lila oder Flieder.
 
Ab oben rechts im Uhrzeigersinn: Chosen Love (70 cm hoch); Catherine Woodberry (85 cm hoch); Blessed Art Thou (80 cm hoch); Beyond the Sky (76 cm hoch)

Gut vorstellen könnte ich mir auch ein dunkles Lila.
Ab oben rechts im Uhrzeigersinn: American Revolution (70 cm hoch); Apres Moi (76 cm hoch); Bela Lugosi (80 cm hoch); Grape Velvet (60 cm hoch)
 
Schwieriger ist "Weiß". Immer noch wird die weißeste Taglilie gesucht, gezüchtet... Die meisten haben einen rosa oder gelblichen Stich. Jüngere Sorten zeigen auch grünliche Farbanteile - sehr kühl und edel.
Ab oben rechts im Uhrzeigersinn: Joan Senior (60 cm hoch); Early Snow (80 cm hoch); Margo Reed Indeed (70 cm hoch); Dad´s Best White (70 cm hoch)
 
Und was haltet ihr von diesen Rosenkavalieren? Man kann sie allerdings nirgends kaufen, es sind meine eigenen Züchtungen.
Rosen und Taglilien, ich könnte mir vorstellen, dass sie sich gut vertragen.
Oder?
Rosige Grüße
Renee


Mittwoch, 21. Juni 2017

Was dem einen seine Rose.....

.......ist dem anderen seine Taglilie!
Noch weit von der Hochblüte entfernt, doch es gibt schon jeden Tag neue Blüten. Die warmen Nächte tun den Taglilien gut und sie öffnen derzeit ganz wunderbar.
Etwas Regen wäre nicht schlecht, aber so lange die Zisterne Wasser hat und ich meine Gießkanne soll nicht gemurrt werden.
Und so sehen die frühen Schätzchen aus:
Links oben: Incendiary Rechts oben: Wild Horses
Links unten: Little Women  Rechts unten: Pardon Me
Wild and Wonderful
Die Blüten sind etwa 20 cm groß!
Links oben: Siloam June Bug  Rechts oben: White Mountain
Links unten: Michael Miller  Rechts unten: Navajo Princess
 Links die unvergleichliche Rose F. Kennedy. Überschäumend hat sie ein Blütenblatt mehr und einen Ansatz zur Füllung hervorgebracht.
Rechs: Aerial Applique - einfach perfekt!
 
Tausende von Knospen warten noch auf ihren Auftritt - DAS ist mein Sommertraum!
Euch ebenso traumhafte Gartentage
Renee 
 


Dienstag, 13. Juni 2017

Ungeplant: Überraschende Pflanzpartner

So wie kein Asterix ohne Obelix denkbar ist, Dick nicht ohne Doof durch die Welt ging und Bonnie ohne Clyde keinen zweifelhaften Ruhm erlangt hätte - so gibt es perfekte Pflanzpartner. Rosen & Clematis zum Beispiel. Oder Goldregen und Allium. Es macht viel Spass, schöne Pflanzenkombinationen auszuklügeln oder auch bekannte nachzupflanzen.
In den letzten Tagen habe ich im Garten ein paar Pflanzenverbindungen entdeckt, die nicht geplant waren. Ihr kennt das: Pflanzen nach dem Prinzip der noch freien Lücke ....
Diese Pflanzenkombis sind nicht spektakulär, aber ich finde sie doch so hübsch, dass ich sie Euch zeigen möchte.
Die Glockenblume (Campanula persicifolia "Grandiflora") versamt sich. Passenderweise zu Katzenminze (Nepeta x faassenii "Walkers Low"), der weißer Storchschnabel (Geranium sanguineum "Album") zu Füßen liegt. 
 Links: Pfingstrose mit Salbei, am Rand ragt noch Iris "Lovely Again" ins Bild
Rechts: Storchschnabel (Geranium renardii "Terre Franche") mit der Pechnelke (Lychnis viscaria)
 Links: Pfingstrose "Nancy Nicholls" klammert sich an eine weiße Iris sibirica
Rechts: Der noch ungeschnittene Buchs muss noch so lange auf seine Schur warten, bis die Teppichglockenblume (Campanula portenschlagiana) abgeblüht ist. Ich fürchte das dauert....
 Links: Geranium sanguineum "Max Frei", durchdrungen von Prunella grandiflora
Rechts: Ein Nelkenduo aus Dianthus plumarius (magenta) und Dianthus gratinopolitanus "Pink Jewel" (rosa)
 Die fantastische Iris "Labbra Di Fuoco" im Tête-à-Tête mit Päonie (sollte "Amabilis" sein, was nicht stimmt)
 Überraschend grandios: Frauenmantel & Geranium magnificum & Hosta "Gold Standard"
 Links: Spornblume und Glockenblume haben sich versamt - und zusammen gefunden!
Rechts: Astrantia "Hadspen Blood" findet mit Sedum "Karfunkelstein" einen etwas düsteren Partner.
Hoffentlich hat Euch meine kleine Auswahl gefallen, vielleicht sogar inspiriert....
Schöne Überraschungen im Garten wünscht Euch
Renee


Mittwoch, 7. Juni 2017

Liebe auf den ersten Blick - Sambucus nigra "Guincho Purple"

Es gibt Pflanzen, die beim ersten Blick verzaubern. So ging es mir, als ich vor über 20 Jahren ein kleines Bild aus dem englischen Garten "Tintinhull" sah, auf dem ein Holunder mit rosa-aprikosefarbenen Blüten abgebildet war. Es war der Holunder Sambucus nigra "Guincho Purple". Lange bevor dunkellaubige Holunder wie "Black Lace" oder "Black Beauty" in Deutschland in den Verkauf kamen gab es zunächst keine Möglichkeit dieses schöne Gehölz zu erwerben. Und es dauerte 5 Jahre bis ich in einer Gärtnerei einen Steckling bekommen konnte.
 
Der Holunder kam mit der Post als Päckchen. Und verschwieg, dass er bis zu 6 Meter hoch wird.... 
Er ist von enormer Wuchskraft und wir müssen mehrmals im Jahr schneiden. Dabei kann man recht sorglos vorgehen, er ist absolut hart im Nehmen. Aber bei allem Schnitt: Es ist ein großer Strauch. Ihn auf 2 oder 3 m zu halten wird seinem Habitus nicht gerecht und er kann seine Schönheit dann nicht voll entfalten. Reicht der Platz nicht, sollte man zu den kleineren Sorten wie "Black Lace" (etwa 3 m hoch in der Endhöhe) greifen.
Seine anfangs rosa-lachsfarbenen Blüten werden mit dem Abblühen weiß, das Laub ist grün im Austrieb und färbt sich dann über bronzegrün zunehmend dunkel. Allerdings bleibt es immer grünstichig.
Die Beeren im Herbst sind ein weiterer großer Schmuck - so glänzend, prall und schwarz. Man möchte reinbeißen... (was man unterlassen sollte, es gibt nicht nur schwarze Zähne, sondern auch einen ganz spitzen Mund....) Die Früchte sollen sich aber für Marmelade gut eignen. 
Volle Sonne bis Halbschatten, dabei anspruchslos an den Boden, zeichnet er sich durch absolute Winterhärte aus. 
Die Äste brechen leicht im Wind, Blüten und Beeren rieseln herab... kein Strauch, der sich als Schirm- oder Laubengehölz empfiehlt. Aber wir sitzen trotzdem gerne auf einen kleinen Plausch darunter...
 
Überall blühen die Holunder jetzt - und es gibt so viele Rezepte damit wie Blüten an den Sträuchern. Mir sind immer die ganz ganz einfachen, rasch gemachten Sachen am liebsten.
Zum Beispiel
Apfelsaft-Holunderblüten-Limonade
Dazu gibt man Holunderblüten in Apfelsaft und  lässt das einige Stunden ziehen. Je länger, desto holundriger, sprich herber, wird der Geschmack. Auf einen Liter Saft etwa 20 Blütendolden. Zum Servieren in einen schönen Glaskrug (mit ein paar von den Blüten) gießen und mit Sprudel aufmischen. Man kann außer Mineralwasser auch gut Zitronenlimo nehmen. Oder mit Mineralwasser aufgießen, dafür aber Zitronenviertel schon beim Durchziehen in den Apfelsaft geben.

 Simpel, sieht aber durch die Holunderblüten nach "mehr" aus...

 
Zur äußerlichen Anwendung, nämlich für eine
Holunderblüten-Bademilch
5 Dolden etwa 4 Stunden in einem halben Liter Vollmilch ziehen lassen.
Ich nehme die Dolden dann raus, nehme nur die Milch. Für ein Foto sehen die Dolden ganz nett im Wasser aus - aber mich nervt das Gefiesele im Wasser.
Macht eine weiche Haut und wirkt beruhigend sowie entzündungshemmend. Soll auch gut bei Sonnenbrand sein.


Schon eine kleine Blüte am oder im Prosecco-Glas macht was her. Den breitkrempigen Sonnenhut auf, ins Abendrot geschaut.... und man fühlt sich wie eine Landgräfin..
Herzliche Grüße aus dem Hollerbusch
Renee

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