Donnerstag, 27. Juli 2017

Gefüllte Tage - Gefüllte Taglilien

Ihr Lieben,
nun muss ich doch ein Lebenszeichen geben - nicht, dass ihr mich vergesst!
Wenig kommentiert - aber ALLES gelesen!! Nur: Der Garten wollte mich so oft wie möglich sehen...
Wir hatten hier viel Glück mit dem Wetter und so standen die vergangenen Wochen - soweit es irgend zeitlich möglich war - im Zeichen der Taglilien .
Was bedeutet dass für eine passionierte Tagliliengärtnerin?
Nun, zum Beispiel den inneren Schweinehund bekämpfen und gegen den Biorhythmus bereits um halb sieben im Garten stehen und die welken Blüten des Vortages ausputzen.  Würde es sich um eine Handvoll Pflanzen handeln ginge es sicher auch später.... Aber wenn zur Hochblüte jeden Morgen eine Schubkarre voller welker Blüten anfällt, heißt es zeitig aufstehen, um vor Arbeitsbeginn fertig zu sein.
Warum überhaupt die welken Blüten entfernen, da sie nach ein paar Tagen von selbst abfallen? Die Blüten reagieren sehr empfindlich auf Behinderungen und öffnen nicht optimal, wenn sie bedrängt werden. Und es sieht auch einfach nicht schön aus, wenn das welke Zeug rumhängt. Ruiniert das beste Blütenfoto. Und - es macht mir Spass! Vermutlich eine Mischung aus Erntefieber und Ordnungswahn, deren Ausleben gefühlte Glückseligkeit für mich bedeutet.
Tatsache ist, dass die vergangenen Blüten eine herrlich düngende Komposterde ergeben. Solche Kreisläufe sind doch einfach klasse, nicht?
Nicht so populär, von manchen sogar vehement abgelehnt, von mir ins Herz geschlossen: Gefüllte Taglilien
Oben der frühblühende Schnickel Fritz
Heißt wirklich so! Er gehört zu den paeonienblütigen Gefüllten. Hier sind die Staubfäden in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt.
Im Uhrzeigersinn von links oben: Spotted Fever - Night Embers - Lacy Doily - Darya
 Sehr schön auch Peggy Jeffcoat, die ganze Blütensträuße bildet. Sie gehört zu dem "Hose-in-Hose"-Typ. Hier sind die Staubfäden normal ausgebildet und die Blüte hat zusätzliche Blütenblätter. 
Absoluter Traum: Sweeping Shadows
 Oben: Dublin Elaine
Unten: Sachsen Red Double
Und die Hände der Gärtnerin... Taglilien färben nämlich ganz wunderbar.
Hier helfen ein paar Spritzer Zitronensaft beim waschen, wenn man nicht blauhändig oder behandschuht im Sommer unter die Leute will..

 Ganz herzlichen Dank für eure Besuche bei mir und die lieben Kommentare.
Auch wenn ich das rückkommentieren nicht geschafft habe: ich freue mich sehr über euer Echo!

Weniger Regen und mehr Sonne
wünscht euch
Renee
 




Mittwoch, 12. Juli 2017

Wo der Froschkönig wohnt....

Die vielen Regentänze in den trockenen Wochen haben gewirkt: Es gibt Wasser satt, Regentonne und Zisterne sind voll - und nun könnte es dann bitteschön wieder aufhören....
Warm war und ist es. Der Regen dazu: Das Paradies für den Froschkönig ist in diesem schwül-warmen Kleinklima geschaffen!
Und wo wohnt der Froschkönig? Nicht in einem dunklen Brunnen - nein. Hier!

Elegant schippert er auf seinem Seerosenblatt-Floss durch sein Reich. Scheint die Sonne zu arg, erfrischt ein kühles Bad. Dazu trägt der Frosch von Welt nicht die lästige Krone - nein, ein Seerosenblatt schützt viel besser vor Sonnenstich. Très chic!

Immer interessiert am Geschehen und kann seinen Mund halten, wenn Frau Gärtnerin Ruhe braucht. Immer eine gute Figur - man beachte die elegante Beinhaltung...

Allerdings gibt es Tage, wo die königliche Stimmung verhagelt ist. Da helfen die schönsten Seerosen nicht. Und die Shubunkin-Fische nerven nur...
Ob der Nachwuchs auch so launisch sein wird? Noch kennt er keine Furcht und lässt sich sogar unterm Kinn kraulen.
 
Der Froschkönig hat hier längst seine Froschprinzessin gefunden. Zum Glück, denn mit dem Küssen ist das doch so eine Sache....
 
Glückliche Tage für euch
Renee
 
 
 
 

Samstag, 8. Juli 2017

Zitat im Bild

Neulich beim Kartoffelschälen.....
Es ist nicht die Sorte "Herzkartoffel", sondern der pure Zufall gewesen. Und so kann ich das Brutzeln von Bratkartoffeln nur wärmstens empfehlen, falls jemand sein Herz verloren hat... Hierbei kann man ein Ersatzherz finden - vor allem, wenn man dabei zu Zweit ist!
 
Herzige Grüße
Renee
 
Weitere Lebenshilfe gibt es bei
Nova´s
Zitat im Bild
 


Mittwoch, 28. Juni 2017

Rosenbegleiter Taglilien

In den Monaten Juni und Juli ist der Blog einer Tagliliensammlerin zwangsläufig Taglilien-lastig. Es ist die Hauptzeit, in der die Pflanzen erblühen. In welcher über Jahre oder zumindest über ein Jahr lang gehegte Blütenträume wahr werden. Dieser Leidenschaft kann ich natürlich für mich alleine nachgehen - oder euch hier damit langweilen. Beides möchte ich nicht. Daher habe ich mir überlegt, welche Sorten denn zu den wohl beliebtesten Gartenpflanzen, den Rosen, passen.
 
Denn es gibt mehr als orange und gelbe Hemerocallisblüten - die ich nicht mit einem romantischen Rosengarten in Verbindung bringen würde. Hier einige altbewährte Sorten, die man in Staudengärtnereien erwerben kann, die auch schon mal im Gartencenter angeboten werden (obere Bildreihe). Dazu ein paar ein wenig ausgefallenere, die bei Taglilienversendern zu erhalten sind (untere Bildreihe). Alle Sorten sind winterhart!
 
Rosane Rosen und rosane Taglilien - das ist eine Aufgabe, die man kaum bewältigen kann. Nicht nur, dass es kaum machbar ist, das "richtige" Rosa zu finden. Nein, die Farben variieren je nach Wetterlage und Tageszeit. Daher ist es besser zu anderen Farben zu greifen.
Gut funktioniert ein zartes Lila oder Flieder.
 
Ab oben rechts im Uhrzeigersinn: Chosen Love (70 cm hoch); Catherine Woodberry (85 cm hoch); Blessed Art Thou (80 cm hoch); Beyond the Sky (76 cm hoch)

Gut vorstellen könnte ich mir auch ein dunkles Lila.
Ab oben rechts im Uhrzeigersinn: American Revolution (70 cm hoch); Apres Moi (76 cm hoch); Bela Lugosi (80 cm hoch); Grape Velvet (60 cm hoch)
 
Schwieriger ist "Weiß". Immer noch wird die weißeste Taglilie gesucht, gezüchtet... Die meisten haben einen rosa oder gelblichen Stich. Jüngere Sorten zeigen auch grünliche Farbanteile - sehr kühl und edel.
Ab oben rechts im Uhrzeigersinn: Joan Senior (60 cm hoch); Early Snow (80 cm hoch); Margo Reed Indeed (70 cm hoch); Dad´s Best White (70 cm hoch)
 
Und was haltet ihr von diesen Rosenkavalieren? Man kann sie allerdings nirgends kaufen, es sind meine eigenen Züchtungen.
Rosen und Taglilien, ich könnte mir vorstellen, dass sie sich gut vertragen.
Oder?
Rosige Grüße
Renee


Mittwoch, 21. Juni 2017

Was dem einen seine Rose.....

.......ist dem anderen seine Taglilie!
Noch weit von der Hochblüte entfernt, doch es gibt schon jeden Tag neue Blüten. Die warmen Nächte tun den Taglilien gut und sie öffnen derzeit ganz wunderbar.
Etwas Regen wäre nicht schlecht, aber so lange die Zisterne Wasser hat und ich meine Gießkanne soll nicht gemurrt werden.
Und so sehen die frühen Schätzchen aus:
Links oben: Incendiary Rechts oben: Wild Horses
Links unten: Little Women  Rechts unten: Pardon Me
Wild and Wonderful
Die Blüten sind etwa 20 cm groß!
Links oben: Siloam June Bug  Rechts oben: White Mountain
Links unten: Michael Miller  Rechts unten: Navajo Princess
 Links die unvergleichliche Rose F. Kennedy. Überschäumend hat sie ein Blütenblatt mehr und einen Ansatz zur Füllung hervorgebracht.
Rechs: Aerial Applique - einfach perfekt!
 
Tausende von Knospen warten noch auf ihren Auftritt - DAS ist mein Sommertraum!
Euch ebenso traumhafte Gartentage
Renee 
 


Dienstag, 13. Juni 2017

Ungeplant: Überraschende Pflanzpartner

So wie kein Asterix ohne Obelix denkbar ist, Dick nicht ohne Doof durch die Welt ging und Bonnie ohne Clyde keinen zweifelhaften Ruhm erlangt hätte - so gibt es perfekte Pflanzpartner. Rosen & Clematis zum Beispiel. Oder Goldregen und Allium. Es macht viel Spass, schöne Pflanzenkombinationen auszuklügeln oder auch bekannte nachzupflanzen.
In den letzten Tagen habe ich im Garten ein paar Pflanzenverbindungen entdeckt, die nicht geplant waren. Ihr kennt das: Pflanzen nach dem Prinzip der noch freien Lücke ....
Diese Pflanzenkombis sind nicht spektakulär, aber ich finde sie doch so hübsch, dass ich sie Euch zeigen möchte.
Die Glockenblume (Campanula persicifolia "Grandiflora") versamt sich. Passenderweise zu Katzenminze (Nepeta x faassenii "Walkers Low"), der weißer Storchschnabel (Geranium sanguineum "Album") zu Füßen liegt. 
 Links: Pfingstrose mit Salbei, am Rand ragt noch Iris "Lovely Again" ins Bild
Rechts: Storchschnabel (Geranium renardii "Terre Franche") mit der Pechnelke (Lychnis viscaria)
 Links: Pfingstrose "Nancy Nicholls" klammert sich an eine weiße Iris sibirica
Rechts: Der noch ungeschnittene Buchs muss noch so lange auf seine Schur warten, bis die Teppichglockenblume (Campanula portenschlagiana) abgeblüht ist. Ich fürchte das dauert....
 Links: Geranium sanguineum "Max Frei", durchdrungen von Prunella grandiflora
Rechts: Ein Nelkenduo aus Dianthus plumarius (magenta) und Dianthus gratinopolitanus "Pink Jewel" (rosa)
 Die fantastische Iris "Labbra Di Fuoco" im Tête-à-Tête mit Päonie (sollte "Amabilis" sein, was nicht stimmt)
 Überraschend grandios: Frauenmantel & Geranium magnificum & Hosta "Gold Standard"
 Links: Spornblume und Glockenblume haben sich versamt - und zusammen gefunden!
Rechts: Astrantia "Hadspen Blood" findet mit Sedum "Karfunkelstein" einen etwas düsteren Partner.
Hoffentlich hat Euch meine kleine Auswahl gefallen, vielleicht sogar inspiriert....
Schöne Überraschungen im Garten wünscht Euch
Renee


Mittwoch, 7. Juni 2017

Liebe auf den ersten Blick - Sambucus nigra "Guincho Purple"

Es gibt Pflanzen, die beim ersten Blick verzaubern. So ging es mir, als ich vor über 20 Jahren ein kleines Bild aus dem englischen Garten "Tintinhull" sah, auf dem ein Holunder mit rosa-aprikosefarbenen Blüten abgebildet war. Es war der Holunder Sambucus nigra "Guincho Purple". Lange bevor dunkellaubige Holunder wie "Black Lace" oder "Black Beauty" in Deutschland in den Verkauf kamen gab es zunächst keine Möglichkeit dieses schöne Gehölz zu erwerben. Und es dauerte 5 Jahre bis ich in einer Gärtnerei einen Steckling bekommen konnte.
 
Der Holunder kam mit der Post als Päckchen. Und verschwieg, dass er bis zu 6 Meter hoch wird.... 
Er ist von enormer Wuchskraft und wir müssen mehrmals im Jahr schneiden. Dabei kann man recht sorglos vorgehen, er ist absolut hart im Nehmen. Aber bei allem Schnitt: Es ist ein großer Strauch. Ihn auf 2 oder 3 m zu halten wird seinem Habitus nicht gerecht und er kann seine Schönheit dann nicht voll entfalten. Reicht der Platz nicht, sollte man zu den kleineren Sorten wie "Black Lace" (etwa 3 m hoch in der Endhöhe) greifen.
Seine anfangs rosa-lachsfarbenen Blüten werden mit dem Abblühen weiß, das Laub ist grün im Austrieb und färbt sich dann über bronzegrün zunehmend dunkel. Allerdings bleibt es immer grünstichig.
Die Beeren im Herbst sind ein weiterer großer Schmuck - so glänzend, prall und schwarz. Man möchte reinbeißen... (was man unterlassen sollte, es gibt nicht nur schwarze Zähne, sondern auch einen ganz spitzen Mund....) Die Früchte sollen sich aber für Marmelade gut eignen. 
Volle Sonne bis Halbschatten, dabei anspruchslos an den Boden, zeichnet er sich durch absolute Winterhärte aus. 
Die Äste brechen leicht im Wind, Blüten und Beeren rieseln herab... kein Strauch, der sich als Schirm- oder Laubengehölz empfiehlt. Aber wir sitzen trotzdem gerne auf einen kleinen Plausch darunter...
 
Überall blühen die Holunder jetzt - und es gibt so viele Rezepte damit wie Blüten an den Sträuchern. Mir sind immer die ganz ganz einfachen, rasch gemachten Sachen am liebsten.
Zum Beispiel
Apfelsaft-Holunderblüten-Limonade
Dazu gibt man Holunderblüten in Apfelsaft und  lässt das einige Stunden ziehen. Je länger, desto holundriger, sprich herber, wird der Geschmack. Auf einen Liter Saft etwa 20 Blütendolden. Zum Servieren in einen schönen Glaskrug (mit ein paar von den Blüten) gießen und mit Sprudel aufmischen. Man kann außer Mineralwasser auch gut Zitronenlimo nehmen. Oder mit Mineralwasser aufgießen, dafür aber Zitronenviertel schon beim Durchziehen in den Apfelsaft geben.

 Simpel, sieht aber durch die Holunderblüten nach "mehr" aus...

 
Zur äußerlichen Anwendung, nämlich für eine
Holunderblüten-Bademilch
5 Dolden etwa 4 Stunden in einem halben Liter Vollmilch ziehen lassen.
Ich nehme die Dolden dann raus, nehme nur die Milch. Für ein Foto sehen die Dolden ganz nett im Wasser aus - aber mich nervt das Gefiesele im Wasser.
Macht eine weiche Haut und wirkt beruhigend sowie entzündungshemmend. Soll auch gut bei Sonnenbrand sein.


Schon eine kleine Blüte am oder im Prosecco-Glas macht was her. Den breitkrempigen Sonnenhut auf, ins Abendrot geschaut.... und man fühlt sich wie eine Landgräfin..
Herzliche Grüße aus dem Hollerbusch
Renee

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Mittwoch, 31. Mai 2017

Erste Blüten - meine Tagliliensaison beginnt!

Am 28.05.2017, öffnete die erste Blüte für diese Saison. Eigentlich so vorgesehen und zum ersten Mal auch geschafft: Hemerocallis minor als Erste und damit vor Hemerocallis lilioasphodelus.
Sieht etwas schüchtern aus - kein Wunder, bei den gemeldeten Gewittern mit Hagel. Ich wage es nicht die vielen Stiele der Zucht-Sorten anzuschauen - hoffentlich wird es nicht so eine Zerstörung wie im letzten Jahr.
 Ein guter Kombipartner ist die gleichzeitig blühende Iris sibirica "Blaue Fülle".
Zwei Tage später folgte Hemerocallis lilioasphodelus. Sehr ähnlich, diese verbreitet sich aber stark durch Ausläufer. Im Hintergrund Iris sibirica "My Love".
Das ist das Vorgeplänkel, meine Einstimmung für die Taglilien-Saison, der Pflanze, die mich von allen am meisten begeistert.
Welchen Pflanzen gehört Eure Leidenschaft?
Mit sonnengelben Tagliliensternchen-Grüßen
Renee



Sonntag, 28. Mai 2017

"Klebt nicht" gibt´s nicht - oder wie ich ein kleines DIY umsetzte...

Vor kurzem hatte Yvonne vom Atelier Wichtelhüsli ein reizendes DIY zur Aufhübschung von Schneckenhäuschen.
Minutenschnell sollte es gehen und die benötigten Zutaten hatte ich alle.
Also frisch ans Werk - ich war voller Selbstvertrauen.
Die Wahl fiel auf weißen Nagellack. Dumm war nur, dass er nicht in einer, nicht in zweien , sondern erst in drei Schichten einigermaßen deckte... Und das schmale Pinselchen ist zwar für meine Fingernägel gut, aber hierfür wäre eine breitere Version besser gewesen. Zum Schluß mit Perlmutt "Lotus Effect" (man gönnt sich ja sonst nix...) drüber und die Nagelsticker drauf. Ein schönes Gefühl die endlich aufzubrauchen...
Soweit noch im grünen Bereich.
Eine kleine Abwandlung war geplant: Ein Stecker (Holzstäbchen vom Raumduft), um die Häuschen ins Grün piksen zu können. Und weil der so nackig aussieht etwas Deko dazu. Perlchen, Bändchen und diese Stoffblätter. Damit die Muschel obendrauf richtig sitzt, habe ich die Öffnung mit Steckschaum gefüllt. Und dann wollte ich EINFACH diese Blätter ankleben. Meint Ihr die hätten mit irgendwas gehalten?? Diese zarten Teile... NICHTS hat geklappt. Der Alleskleber klebte mir an den Fingern, aber lies die Blätter kalt. Der vermeintlich geniale Einfall, die Klebepistole zu nehmen - ein Schuss in den Ofen, denn auf der mittlerweile mit Alleskleber eingemanschten Fläche hielt er nicht. Doppelseitiges Klebeband mit dem Versprechen "extra stark" klebte gut - auf meinem Schreibtisch... Ich musste erst mal ein Päuschen machen... Und siehe da, als ich zurück kam: Es klebte. Alles. Und wie....
Losgelöst und zurecht gedrückt sieht es so aus:
Wie man es macht, wenn man es kann, seht Ihr bei Yvonne´s
Do-It-Yourself
 
Muscheln gab es noch massig und Klebeerfahrung war gesammelt.  Ihr habt sicher auch diese kleinen Kästchen vom Juwelier - die kann man wunderbar dekorieren. Bei der weißen Version habe ich doppelseitiges Klebeband verwendet, bei dem lila-blauen Muschelkästchen Alleskleber und Klebepistole (eine totale Klebeorgie...). Unten drunter und am Rand ein Dekoband. Halbperlen war alle...
Nachdem ich mich im Bepinseln mit dem Nagellack schon als Profi wähnte, wurde ein ehrgeiziges Projekt angesteuert... Wie Ihr seht hatte dieser Kranz eine furchtbar fade Farbe (hier bereits Teilbemalung vorhanden). Mit Nagellack sollte eine Frischekur gemacht werden. Falls Ihr das nachmachen wollt: Für den Tag braucht Ihr Euch nichts anderes mehr vorzunehmen.... Meine Güte, was hat mich da geritten?? Und damit nicht genug. Dann noch diesen Silberdraht drum herum gewickelt. Natürlich waren die aufgefädelten Sternenperlen immer auf der Rückseite... Aus dem Fenster hätte ich den Kranz werfen können!!
Jede Menge Muscheln und Perlen. Alles voller Kleber und Lack. Draußen Sonnenschein und Blütenfülle...
Ok - ein DIY in weniger als einer Minute! Kippt alles in ein Glas! Fertig!
Und wie bekommt man die Glaskugel so geöffnet? Nehmt einfach ein sehr heißes Bad und lässt aus Versehen die Kugel (Deko am Wannenrand) hinein fallen. Es empfiehlt sich das Bad dann abzubrechen, es sei denn Ihr möchtet mit winzigen Glassplittern gespickt sein...
Hier noch mal die Resultate zusammen - immerhin, sage ich nur. Immerhin!
Ich habe schon immer die schönen Dekorationen, Handarbeiten und Kochkünste anderer bewundert. Aber jetzt noch viel mehr!
Natürlich gebe ich mich nicht so schnell geschlagen, werde weiter üben und freue mich auf all die kommenden DIY in den schönen Blogs.
Habt eine gute Zeit,
herzlich
Renee

 



Dienstag, 23. Mai 2017

Très Chic - Bezaubernde hohe Iris barbata-elatior

Nachdem die Zwergiris den Auftakt machten, - etwa so wie die Brautjungfern vor der Braut einher gehen -, trumpfen die hohen Iris auf.
Gärten mit sonnigen Plätzen und durchlässigem, eher kalkhaltigem Boden können sich nun mit zauberhaften Sorten schmücken. Mit eher staunassem, saurem Boden und wenig verbliebenen Sonnenplätzen wie es in meinem Garten ist, muss man sich beschränken. Nicht auf die Top-10 der persönlichen Hitliste - sondern auf Sorten, die nicht allzu kapriziös sind.
Und weil die Iris sich so angestrengt haben, möchte ich ihnen den Auftritt hier nicht versagen. Also Fortsetzung zur
Blüte von 2016
 
Die Brücke von den Zwergiris zu den hohen Iris barbata-elatior schlagen die......
richtig, die mittelhohen Iris  - Iris barbata-media.
Die Sorte "Blast" wird etwa 50 - 60 cm hoch und braucht damit noch keine Stütze.
Fantastisch zu dunklem Laub von Heuchera, Sedum oder Storchschnabel in Sorten.
Nun aber... Iris barbata-elatior.
 Ein Findelkind aus einem großzügigen Geschenkpaket war "Indian Chief". Stolze 90 cm wird sie hoch. An der vergleichsweise schlichten Blütenform sieht man, es handelt sich um eine alte Sorte. Tatsächlich ist die Iris von 1929 und wird unter den "historischen" Iris geführt. Sie ist sehr blühfleißig und bisher, obwohl der Wind die letzten Tage ganz schön pustete, standfest.
Eine absolute "Mädchenpflanze" - ein Traum in Rosa: "Mode Mode"
Dieses Jahr hat sie den ersten Blütenstiel. Mit etwa 1 Meter Höhe eine Kandidatin für eine Stütze... noch steht sie...
 Und weil die Pastells einfach sooo hübsch sind...
In Weiß "Immortality", standfest bei 80 cm Höhe und in guten Jahren gibt es eine Nachblüte im Herbst.
Das zartblaue Geschöpf nennt sich "Olympiad" und blüht sehr üppig.
 Jedes Jahr gibt es Lieblingssorten, dieses Jahr ist es "English Cottage". Mit nur etwa 70 cm eine der niedrigsten aus der hohen Truppe. Dafür die früheste, reichblütigste Sorte, die ich habe. Dazu von herrlichem Irisduft!
Welche Iris zeigen sich bei Euch unproblematisch? Gehört Ihr zu den beneidenswerten Gärtnern mit optimalen Standortbedingungen?
Blütenreiche Maitage für Euch
Renee

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Mittwoch, 17. Mai 2017

Ausflug in die Vergangenheit - Deutschlands größtes Ladenmuseum

Obwohl ich von Pflanzlichem geradezu "durchdrungen" bin, muss es auch mal etwas anderes sein. "No plants, no parks!" heißt dann die Devise. Und so gab es einen Ausflug in Deutschlands größtes Ladenmuseum. Wer jetzt aber einen Zielort wie Berlin, Frankfurt oder München erwartet, täuscht sich. Dieses Museum ist im Heimatmuseum der kleinen Stadt Münstermaifeld untergebracht.
Und das war mir sehr viel lieber, denn ein Landei fühlt sich eben auf dem Land am wohlsten.
Die Altstadt mit vielen historischen Gebäuden und der Stiftskirche ist bereits einen Ausflug wert. Mich begeisterte vor allem das viele Grün (ich kann nicht anders...). Nicht die öden Schottergärten, die man leider so oft sieht - nein, hier wird jedes Eck für einen Blumenkübel genutzt, Wandbegrünung ist kein Fremdwort und große Kastanien umgeben die Stiftskirche.
In der Propstei, direkt bei der Kirche, ist das Heimatmuseum angesiedelt. Hier kann man viele nachgebildete Läden wie zum Beispiel einen Kolonialwaren-, einen Tabak-, einen Friseur- und einen Bäckereiladen sehen. Alle Stücke stammen aus Münstermaifeld und Umgebung.
 
Besonders wird der Ausflug in die Vergangenheit durch eine Führung durch die Altstadt, denn hier gibt es weitere Läden zu besichtigen. Teils befinden sie sich noch in den Originalgebäuden.
 
Herr Johannes Wilhelm Kirchesch hat diese Zeitreise durch seine passionierte Sammlerleidenschaft möglich gemacht und sich mit den Nachbildungen einen Traum erfüllt. Ganz wunderbar ist, dass man sich in den Räumen frei bewegen kann und einen keine Glasscheibe oder Absperrung trennt.
Kommt mal mit!
So - Schulstunde... Der Ofen bullert, die Naturkunde für die verschiedenen Klassen - alle wie es üblich war in einem Raum - wird gelehrt. Schön auf die Tafel schreiben... Ah, da klingelt die Glocke...Schluß für heute und weiter geht´s...
Der Kolonialwarenladen - damals gab es keine Plastikberge an Verpackungen!
Beachtet das Versprechen auf der Waage: Die Werbeinhalte haben sich nicht geändert...
Der Friseur, früher wie heute eine Folterkammer. Raffiniert die Sitze seinerzeit: Sie konnten umgeklappt werden, so dass der Kunde eine "frische", kühle Sitzfläche hatte.
Wer erinnert sich noch an verbranntes Haar (und manchmal ein Ohr) beim Drehen der Schillerlocke mit dem grausligen Brenneisen? Meine Oma benutzte dieses Gerät noch mit Hingabe bei mir.
Die Haube rechts unten lässt schlimmste Ergebnisse erwarten...
Vielleicht trugen die Damen daher öfter einen Hut. Die Modistin auf dem Land fertigte natürlich keine Wagenräder für Ascot, sondern tragbare Kreationen. Trotzdem ein Hauch Mondän war es schon manchmal.
Schaut mal, Mitte rechts. So einfach war es Frauenglück zu zaubern.... mit ein paar Wäscheknöpfchen.
Der Vorläufer des Gartencenters: Der Sämereiladen
Ist das nicht herrlich??? Vorbestellungen werden telefonisch angenommen... Solch ein Telefon gab es auch im Büro meines Großvaters. Das wurde ausschließlich für geschäftliche Zwecke genutzt und hatte etwas vom "heiligen Gral".
Absolut umwerfend ist die Ausstattung der früheren jüdischen Metzgerei mit Kacheln aus der Jugendstilzeit. Löwenzahn - ich komme trotz der Parole doch immer wieder zu meinen Pflanzenfotos.... Bis 1937 wurde dieser Laden betrieben - die traurige Historie ist bekannt. Umso schöner, dass diese Pracht erhalten wurde. Übrigens besitzt Münstermaifeld auch eine Synagoge, die in aufwendigen Sicherungsarbeiten über 15 Jahre lang restauriert wurde. Die Erinnerungsstätte steht unter Denkmalschutz.
 
Auffallend ist auch, dass in der Altstadt noch etliche Läden bestehen. Und zwar keine "Ketten".  Man kann hier nicht nur schön wohnen, sondern sich auch fußläufig versorgen.
 
Jetzt mal ehrlich - dagegen ist doch eine Großstadt kalter Kaffee...
Uns hat es sehr gefallen!
Also, wie wäre es mit einem Ausflug? Der nächste Regentag kommt bestimmt...
Grüße vom Landei
Renee