Donnerstag, 23. Juni 2016

Licht ins Dunkel bringen - schattige Gartenecken aufhellen!


Obwohl wir die Sonne in der letzten Zeit sehr vermisst haben - ein schattiges Plätzchen im Garten hat auch seinen Reiz.
Wenn es aber nicht gerade der wechselschattige Sitzplatz ist oder ein Fleck für die Sammlung schattenliebender Pflanzen, kann so ein Bereich unter Bäumen und Sträuchern etwas trist und düster wirken. Hier versuche ich mit Pflanzen aufzuhellen, quasi "ein Licht anzuknipsen".
Als Kerze nehme ich den Fingerhut. Er kann so viel Schatten vertragen und fühlt sich wohl, wenn Stämme zum anlehnen da sind. Die Sorte Digitalis purpurea "Alba" ist zwar nur zweijährig, versamt sich aber.
 
Spots für den Bodenbereich entstehen durch Storchschnabel und zwar Geranium sanguineum "Album". Dieses unkomplizierte Geranium wächst mit mehr Sonne kompakter. Aber im Schatten darf es sich gerne durch andere Pflanzen durchhäkeln.
Der klassische Aufheller für dunkle Gartenecken sind Astilben. Auch hier würde ich immer weiße Sorten wie "Brautschleier" oder "Deutschland" nehmen. Wichtig ist aber eine gute Wasserversorgung.
Eine schöne Blattschmuckstaude ist das Kaukasusvergißmeinnicht. Selbst wenn es schöne Blütchen hat, so sind doch die Blätter für diesen Zweck das Entscheidende. Bewährt hat sich bei mir auch in tieferem Schatten Brunnera macrophylla "Jack Frost".
Etwas mehr Sonne brauchen die meisten Glockenblumen, bei zu wenig Licht kippen sie sonst. Mit der hohen Glockenblume Campanula persicifolia "Grandiflora Alba" kann man aber dahinter liegende Traufflächen "erleuchten", wenn von vorne genug Licht kommt.
In dunkelsten Ecken funktioniert die Wald-Glockenblume Campanula latifolia var. macrantha "Alba" gut. Da die Dame sich aber mit der Blüte etwas Zeit lässt, kann ich davon kein Foto zeigen... Ebenfalls noch recht unfotogen ist die erst im Spätsommer bis Herbst blühende Herbstanemone, unvergleichlich elegant die Sorte "Honorine Jobert". Der Standort sollte halbschattig sein. Zuviel Schatten wird mit Instabilität und Kümmerwuchs bestraft.
 
Voller Schatten, ja geradezu auf Schatten angewiesen, sind die für den aufhellenden Zweck bestens geeigneten Hosta oder Funkien mit möglichst viel Weißanteil im Blatt. In der Sonne würden sie nämlich verbrennen. Um die Schnecken nicht allzu sehr mit leckeren Mahlzeiten zu verwöhnen, sind dickblättrige Sorten viel besser geeignet als dünnblättrige. Gute Sorten sind "Angelique" (Foto rechts oben) oder "Great Escape". Sorten mit Gelbanteil können ebenfalls düstere Bereiche beleben. Eine wenig schneckenanfällige und fabelhafte Sorte ist "Ben Vernooij" (Foto unten). "Great Expectations" (Foto links oben) wächst sehr langsam, mausert sich aber von Jahr zu Jahr...
Viel Spass beim Stöbern nach weiteren geeigneten Pflanzen und beim Licht ins Dunkel bringen
wünscht Euch
Renee
 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Regenprinzessinnen - Sibirische Iris

Habt Ihr auch den Regen satt? Und dabei kann man fast froh sein, wenn es nur regnet...
Unwetterwarnungen reißen nicht ab. Starkregen, Boen und vor allem Hagel waren in den letzten Tagen derart häufig, wie ich es noch nie für den Juni erlebt habe.
Und trotzdem gibt es Lichtblicke: Die Sibirischen Iris oder Wiesen-Iris (Iris sibirica).
Ihr filigranes Laub lässt sich nicht so arg vom Hagel zerschießen und auch die Blüten, obwohl sie zart aussehen, haben wenig gelitten. Wassergierig wie sie sind, haben die Wieseniris kein Problem mit dem Regen (im Gegensatz zu den Rhizomen der Bart-Iris).
Etwas mehr Sonne werden sie sich jetzt gerade wohl wünschen.....Sie wirken leicht und elegant, die straff aufrecht stehenden Blätter sind über die ganze Vegetationszeit ein wunderbarer Strukturgeber in den Beeten.

"Erste Sahne" - eine Spitzensorte des Ehepaares Tamberg, Züchtern aus Berlin
Auch "Tanz Nochmal" ist aus der Züchtungsschmiede von Tambergs. Das Besondere:
Bei guten Bedingungen gibt es eine Nachblüte!
Links "Harpswell Snowburst" (Currier McEwen) und rechts "Großer Wein" (Tamberg)
Sind sie nicht wundervoll?
 
Ich wünsche Euch, dass Ihr auch Lichtblicke im Garten habt und uns allen, dass nun bald warme Sommertage kommen!
Bis dahin schon mal sonnige Grüße
Renee


Donnerstag, 9. Juni 2016

Die schönsten Bärte....

...haben im Garten die Bartlilien.
Fast schon vorbei ist die Blüte der hohen Bartiris - Iris barbata-elatior.
Mit ihnen verbindet mich eine Hassliebe, denn so schön sie sind: Durch ihre hohen Stiele von etwa 80 bis 100 cm ist schon so mancher Blütenstiel gekippt. Und das Stäben mindert doch die Eleganz und Anmut dieser wunderschönen Blüten.
Wer sonnigen, durchlässigen Boden, am besten neutral bis kalkhaltig hat, besitzt die idealen Bedingungen für diese Iris. Und aufpassen, dass die Rhizome nicht faulen. Ich gebe etwas Sand zum Lehmboden dazu.

"Suky" wird etwa 95 cm hoch. Sie verträgt auch ein klein wenig Schatten.
 
"Clear Morning Sky" bringt es sogar auf 105 cm Höhe. Ein richtiger Eyecatcher im Beet.
 
Mein absoluter Liebling bei den hohen Iris ist "Labbra Di Fuoco"
Schon die Knospe ist vielversprechend.
 
Geöffnet ist diese Schönheit mit ihren 95 cm Gardemaß dann aber wirklich eine
"Göttin des Regenbogens",
wie es Susanne Weber in ihrem sehr empfehlenswerten Buch "Iris" (Ulmer-Verlag 1997) schreibt.
 
Ein Stück vom Regenbogen wünscht Euch
Renee

Mittwoch, 1. Juni 2016

Am Wegesrand

Zwischen Regengüssen habe ich die Zeit für einen kleinen Spaziergang genutzt.
Gerade blühen so viele Pflanzen in der Natur, die man auch - allerdings etwas "heraus geputzt" durch Weiterzüchtung - als Gartenpflanzen kennt.

Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)
Eine Erklärung für ihren Namen soll das Zusammentreffen von Blütezeit und Rückkehr des Kuckucks im Mai/Juni sein. Hören konnte ich ihn aber nicht, den Kuckuck....

 Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
 Seine Namensgebung soll auf der Ähnlichkeit mit mittelalterlichen Marienmänteln, der Verwendung des Krautes gegen Frauenleiden und auch der abperlenden Wirkung auf Wassertropfen, schützend ähnlich einem Mantel, beruhen.

 Echter Beinwell (Symphytum officinale) und Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris)
Hier ist der Name Programm - Beinwell besitzt schmerzlindernd und abschwellend wirkende Inhaltsstoffe. Hahnenfuß - das ist eine Pflanze, deren Name so einprägsam ist wie das geschlitzte, an eben einen Hahn erinnernde Blatt.
Beide zusammen sind eine hübsche Kombination!

Blaue Lupine oder auch Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius)
Sie ist eigentlich keine bei uns einheimische Pflanze, doch sie gehört zum typischen Bild der Straßenränder und Autobahnböschungen. Der Name kommt aus dem Lateinischen, "Lupus" - der Wolf. Was so viel bedeuten sollte wie sich gierig, rasant ausbreitend.

Interessante Blüten an eurem Wegesrand
wünscht Euch
Renee